Die Fankurve des VfL Bochum // Bildrechte: John Alder
Die Fankurve des VfL Bochum // Bildrechte: John Alder

„Kinderschutz anne Castroper“ – der VfL als Vorreiter

Der VfL Bochum ist für ruppige Fußballatmosphäre und den rauen Charme des Ruhrpotts bekannt. Jedes zweite Wochenende feiert er sich selbst und diese Eigenschaften am Stadion an der Castroper Straße. Dass bei all dieser Härte die Herzlichkeit nicht kurz kommt, stellt er jetzt unter Beweis: Als erster deutscher Profifußballverein hat der VfL Bochum ein ganzheitliches Schutzkonzept für Kinder und Jugendliche eingeführt. In Anlehnung an den Stadionstandort des VfL, heißt es  „Kinderschutz anne Castroper“.

„Wir arbeiten an so vielen Stellen im Verein mit Kindern und Jugendlichen zusammen, dass wir uns für den Fall der Fälle vorbereiten möchten, aber auch klar signalisieren müssen, dass die Kinder bei uns in sicheren Händen sind.“ Der Verein stehe in der Pflicht Prävention zu leisten, erklärt Schmitt. Denn letztendlich stiegen die Statistiken von Missbrauchsfällen in Fußball- und sonstigen Sportvereinen immer weiter, ergänzt sie.

Der Verein will Kinderschutz proaktiv und nachhaltig angehen. Die Grundlage dafür ist das Bundeskinderschutzgesetz. Nicht nur gegen eine potenzielle Gefährdung des Kindeswohls will er sich aufstellen oder die Lizensierungsauflagen im Nachwuchsleistungsbereich erfüllen. Stattdessen soll gerade für Kinder und Jugendliche ein möglichst sichereres Umfeld im gesamten Fußballverein geschaffen werden. Eines in dem sie sie sich jederzeit wohlfühlen.

Das Konzept ist ganzheitlich. Das bedeutet, dass es für alle Abteilungen und Bereiche des Vereins gelten wird. Es beinhaltet Verhaltensrichtlinien, Maßnahmen der Personalpolitik, ein Fallmanagement-System, Kommunikationsstandards sowie eine Risikoanalyse.

Schmitt unterstreicht: „Für uns macht es nur Sinn, das anhand eines gesamtheitlichen Konzepts zu machen.“ Es wäre ihrer Aussage nach nicht glaubwürdig, wenn der Verein im Kids-Club-Bereich mit so einem Kinderschutzkonzept arbeitet, aber in seiner Fußballschule oder im Nachwuchsbereich nicht.

Zukünftig seien noch weitere Aktionen geplant, wie zum Beispiel die Ausarbeitung eines Verhaltenskodexes durch Kinder, die sich mit der Frage beschäftigt, wie sie selber miteinander umgehen wollen. Jetzt muss das Konzept aber erst einmal im Alltag getestet werden. Es soll stetig erweitert, verändert und an die gemachten Erfahrungen angepasst werden. Ende März soll es dann auf der Kids- und Jugendclubversammlung der DFL vorgestellt werden.

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