Steilpass für Vielfalt: Vier Jahre für nachhaltige Veränderung im Fußballarbeitsmarkt 

Mehrer Personen strecken die Hände in die Luft. Im Hintergrund eine Steilpass-Präsentation

Vier Jahre. Drei Modellclubs. Ein gemeinsames Ziel: Arbeit im Fußball inklusiver, gerechter und zukunftsfähiger zu gestalten. 

Mit dem Modellprojekt Steilpass – Fußballjobs für alle haben der FC St. Pauli, der SC Freiburg, der VfL Wolfsburg und die Beratungsstelle KickIn! von 2022 bis 2026 neue Standards für Diversität & Inklusion (D&I) im Berufsfeld Fußball gesetzt. Finanziell und ideell unterstützt wurde das Vorhaben von der DFL Deutsche Fußball Liga und der Aktion Mensch. 

Der feierliche Abschluss beim Event „Steilpass für Vielfalt!“ im Mai 2026 in der VWArena Wolfsburg markierte dabei einen finalen Projekt-Meilenstein: Über 80 Teilnehmende aus dem bundesdeutschen Profifußball und aus D&IFachkreisen kamen zusammen, um Erkenntnisse zu teilen, voneinander zu lernen – und gemeinsam weiteren Handlungsbedarf zu identifizieren.  

Zusammenarbeit auf Augenhöhe als Erfolgsfaktor 

Steilpass war von Beginn an als partizipatives Modellprojekt angelegt. ClubVerantwortliche aus Personal, Nachhaltigkeit und Kommunikation arbeiteten über vier Jahre hinweg eng mit KickIn! zusammen. 

„Steilpass war auf verschiedenen Ebenen unglaublich wirkungsvoll. In der partnerschaftlichen Zusammenarbeit konnten wir unsere Stärken bündeln und in der Weiterbildung Inklusion persönlich erlebbar machen.“
Laura Becker, Leitung Personal, FC St. Pauli

Diese intensive Kooperation erwies sich als zentraler Hebel für nachhaltige Veränderungen: weg von Einzelmaßnahmen, hin zu mehr Fehlerkultur und struktureller Verankerung von D&I im Cluballtag. 

Weiterbildung mit Wirkung: Zugänge öffnen 

Ein Herzstück des Projekts war die SteilpassWeiterbildung, die 2024 und 2025 in zwei Durchläufen stattfand. Mit einem anonymisierten, nachteilsausgleichenden Auswahlverfahren und einem inklusiv gestalteten Curriculum stieß sie bundesweit auf großes Interesse: 

  • knapp 200 Bewerbungen auf 31 Plätze, 
  • eine für den Fußballkontext außergewöhnlich vielfältige Teilnehmendengruppe.  
  • 70 % setzten begleitete Praxisprojekte mit Mentor*innen aus der Fußballbranche um, 
  • 36 % nahmen im Anschluss eine bezahlte oder ehrenamtliche Tätigkeit im Fußball und Sportbusiness auf. Darunter 43 % der Teilnehmenden mit Behinderung. 

Die Verbindung aus Kompetenzaufbau, Mentoring und Praxis konnte damit nachhaltige Zugänge in den Fußballarbeitsmarkt eröffnen. 

Tools und Strukturen für Arbeitgebende 

Parallel entwickelte Steilpass praxisnahe Tools für Arbeitgebende im Fußball. An allen drei Modellstandorten wurden erstmals partizipative D&IMitarbeitendenbefragungen, inklusive ArbeitsplatzAudits und darauf aufbauende Handlungskonzeptionen umgesetzt. 

Insgesamt nahmen 636 Mitarbeitende an internen Entwicklungsmaßnahmen teil, die Teilnahmequoten stiegen im Verlauf deutlich. Knapp 100 konkrete Handlungsempfehlungen für Inklusion & Vielfalt wurden abgeleitet und in lokalen Personal und Organisationsprozessen verankert. 

„Steilpass hat uns geholfen, Vielfalt & Inklusion systematisch in Strukturen, Prozesse und Führung zu übersetzen.“
Tobias Weigt, Leitung Personal & Organisationsentwicklung, VfL Wolfsburg 

Auch beim SC Freiburg zeigte das Projekt nachhaltige Wirkung: 

„Steilpass hat die Professionalisierung im Personalmanagement beim SC Freiburg deutlich unterstützt – getragen von einer sehr vertrauensvollen Zusammenarbeit.“
Martin Klimpel, Leitung Personal, SC Freiburg 

Abschlusspunkt und Ausblick: Steilpass wirkt weiter 

Das Abschlussevent in Wolfsburg machte deutlich: Steilpass hat Wirkung entfaltet – sichtbar, messbar und spürbar. 

Einen erster Legacy-Baustein stellt die Diversity Challenge dar: Ein niedrigschwelliges MitmachFormat, das Austausch, Wissen und Zugehörigkeit fördert und dessen Teilnahme künftig allen Clubs offensteht. 

Die zentralen Outputs des Projekts stehen langfristig auf www.steilpass-fussballjobs.de zur Verfügung – darunter Tipps & Tools für inklusives Veranstaltungsmanagement und Mitarbeitendenbefragungen im Fußball. Weiterhin sind eine Sammlung von Jobportalen und Hilfsangeboten für Arbeitgebende und Arbeitnehmende (Jobs. Vielfalt. Fußball.sowie ein OnlineSchnellCheck zur inklusiven Arbeitsplatzgestaltung entstanden. 

Aus Sicht der Projektkoordination lässt sich der Projekterfolg wie folgt zusammenfassen: 

„Steilpass hat gezeigt, dass Vielfalt im Fußball vor allem dann Wirkung entfaltet, wenn sie nicht als Projekt oder nice-to-have, sondern als Teil professioneller, systemischer und inklusiver Organisationsentwicklung verstanden wird.“
Daniela Wurbs, Projektleitung Steilpass und KickIn!

Steilpass endet – die Aufgabe bleibt 

Steilpass hat gezeigt, was möglich ist, wenn Clubs Verantwortung übernehmen, ihre Strukturen und Prozesse systematisch kritisch hinterfragen und Vielfalt als Stärke begreifen. 

Der Weg zu mehr Inklusion im Fußball ist nicht kurz – aber gemeinsam sehr viel erfolgreicher. Und der Weg geht weiter!

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