Jugendliche kleben auf Zetteln gestaltete überdimensionale Spielerpässe verfolgter Fußballer aus dem Nationalsozialismus an die Wand.

Fußballjugend aus Polen & Deutschland beschäftigt sich gemeinsam mit Fußball in der NS-Zeit

Mitte Mai 2022 fand in Osterburg ein deutsch-polnisches Trainingslager des Fußballverbands Sachsen-Anhalt (FSA) und des Landesverbands Opole mit den männlichen U13-Auswahlmannschaften statt. Neben sportlichen Wettkämpfen und Trainings wurde hierbei viel Wert auf interkulturelle Begegnungen zwischen den jungen Menschen gelegt. Zudem fand auf Initiative des FSA auch erstmals ein ganzer Themennachmittag zur Verfolgungsgeschichte von Fußballern im Nationalsozialismus statt.

Das bislang bundesweit einmalige Modellprojekt wurde vom FSA gemeinsam mit KickIn! initiiert und zusammen mit den Historiker*innen Dr. Andreas Kahrs und Juliane Röleke altersgerecht konzipiert und umgesetzt. Finanziell unterstützt wurde die Umsetzung von der DFB-Kulturstiftung.

Der Fußball als Türöffner

Ziel des Nachmittags war es, den Teilnehmenden die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Fußballs, des Herkunftslandes und des Nationalsozialismus in zielgruppenorientierter, altersgerechter und interaktiver Form nahezubringen.

Die über 40 teilnehmenden jungen Fußballer gestalteten deshalb auch einen großen Teil des Projektnachmittags selbst und setzten sich aktiv mit historischen Fragen mit Fußballbezug auseinander. Sie beschäftigten sich unter anderem in Kleingruppen mit Biografien von Fußballern, die im Nationalsozialismus verfolgt wurden. Die „Spurensuche“ zum Thema in ihrer eigenen Umgebung, die vorbereitend durchgeführt wurde, sollte den Jugendlichen zusätzlich die Verfolgungsgeschichte im Fußball im eigenen Wohnort näherbringen.

Ziel des Formats war es, das Bewusstsein der Jugendlichen für den Einfluss von Geschichte auf das eigene Leben zu schärfen und sie zu einer aktiven Auseinandersetzung mit der NS-Geschichte zu motivieren. Die inhaltliche Verknüpfung mit berühmten Fußballern und historischen Fußballclubs in ihrer Umgebung wurde als Anknüpfungspunkt zum eigenen Interesse und zur Lebensrealität genutzt.

Sowohl der FSA als auch Historiker Dr. Andreas Kahrs zeigten sich mit den Ergebnissen sehr zufrieden: „Das Bildungsprojekt des Fußballverbands Sachsen-Anhalts war ein voller Erfolg! Das geteilte Interesse am Fußball war die Grundlage für die jungen Spieler, sich mit der Geschichte des Nachbarlands zu beschäftigen und von- und miteinander zu lernen. Der Landesverband geht mit solchen Projekten beispielhaft voran und zeigt, was im Fußball jenseits des Platzes möglich sein kann”, erklärte Kahrs im Nachgang der Veranstaltung.

Der Fußballverband Sachsen-Anhalt will den Themennachmittag auch künftig für interessierte Vereine in der Region anbieten und freut sich über Anfragen an Linda Banholzer (E-Mail: l.banholzer@fsa-online.de, Tel.: 0391-85028 19).

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