MÉS QUE UNA REUNIÓ * - 1. EUROPÄISCHES NETZWERKTREFFEN VON BEHINDERTRENBEAUFTRAGTEN IN BARCELONA

Vom 14. – 16.01.2019 fand in Barcelona erstmals ein europäisches Netzwerktreffen von Behindertenfanbeauftragten (BFB) und nationalen Koordinator*innen statt, die sich in ihrem Land oder in ihrem Verein mit Barrierefreiheit für Fans mit Behinderung im Stadion beschäftigen.

Die deutsche Delegation bildeten Kim Krämer (FC Bayern München) und Axel Ackermann (RB Leipzig) für den Arbeitskreis der Behindertenfanbeauftragten (AK BFB) und Daniela Wurbs für die BBAG-Beratungsstelle KickIn! als Kooperationspartner der DFL in diesem Bereich. Insgesamt nahmen etwa 30 Vertreter*innen aus 17 Ländern am Austausch teil.

Organisiert wurde das Treffen von CAFE, dem Center for Access to Football in Europe. CAFE ist eine europaweit agierende und von der UEFA geförderte Organisation, die sich für mehr Barrierefreiheit im europäischen Fußball einsetzt. Im Auftrag der UEFA koordiniert und begleitet CAFE derzeit unter anderem die Einführung von Behindertenbeauftragten auf Vereinsebene im europäischen Fußball und baut ein kontinentales Expert*innen-Netzwerk für Blindenreportage auf.

Die Rolle des BFB ist – anders als in Deutschland – erst seit Juni 2015 Teil der UEFA-Lizensierungs- und Financial FairPlay Auflagen für Vereine. Mehr als 1.000 Clubs auf dem Kontinent sind seither aufgefordert, die Rolle zu besetzen und die neuen Verantwortlichen entsprechend zu schulen. Dies geschieht allerdings nur mehr oder weniger konsequent.

Ziel des Treffens war die Vernetzung untereinander über gemeinsame Themen und Herausforderungen im Arbeitsfeld. Zudem diskutierte man das UEFA-Handbuch für Behindertenbeauftragte und wie dies verbessert werden könnte, um die Rolle zu stärken.

Weiterhin wurden zahlreiche Fallbeispiele der praktischen Arbeit auf Vereinsebene vorgestellt. Axel Ackermann, Kim Krämer und Daniela Wurbs wiederum bildeten in einer gemeinsamen Präsentation die vielfältigen Strukturen und Arbeitsebenen für Barrierefreiheit und Inklusion im deutschen Fußball ab. Diese reichen von der Arbeit der Fußball-Verbände und ihrer Stiftungen bis hin zu den Aktivitäten der Vereine und Interessensvertretungen von Fans mit Behinderung, wie der BBAG als Trägerorganisation von KickIn!.

Das Treffen wurde eröffnet von Emili Rousaud, Leiter eines „Büros für Angebote für besondere Bedarfe“ beim FC Barcelona, welches sich explizit um Angebote zur Barrierefreiheit rund um das Stadion und den Verein kümmert. Alexis Angelopoulos als Koordinator der Clublizensierung der UEFA wiederum zeigte auf, wie die UEFA die Einführung der BFB-Rolle europaweit unterstützt und künftig Fallbeispiele zur praktischen Umsetzung der Rolle aus verschiedenen Ländern als Best Practice Modelle bereitstellen wird.

Aus Sicht der deutschen Delegation hat sich die Teilnahme am Treffen absolut gelohnt.  Gerade die Vernetzung zu Kolleginnen und Kollegen aus Spanien oder England eröffnete neue, innovativen Perspektiven auf die Arbeit, insbesondere im Bereich barrierefreier Infrastruktur. Ebenso beeindruckend war allerdings auch die Erfahrung, wie einzelne europäische Vereine bspw in Belgien selbst unter prekärsten Bedingungen dank engagierter Einzelpersonen beeindruckende Arbeit auf dem Gebiet leisten. Erste bilaterale Netzwerktreffen zum Austausch von Erfahrungswissen sind deshalb auch bereits in Planung.

Weitere Informationen zur Arbeit von CAFE und seiner Netzwerkpartner*innen finden sich auf der CAFE Webseite oder auf Social Media unter den Hashtags #DAONetwork und #TotalAccess.

* Més que una reunió = Katalanisch für “Mehr als ein Treffen” – angelehnt an das Motto des FC Barcelona “Més que un club“ (= Mehr als ein Verein)

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